Mogelpackung

MogelpackungMS-1

Etikettenschwindel

Die Rentendiskussion ist zäh. Einzig auf Verbesserungen bei der Betriebsrente kann sich die GroKo bislang einigen. Möglichst jeder Arbeitnehmer soll künftig betrieblich abgesichert werden. Die sogenannte zweite Säule der Altersvorsorge soll damit verstärkt werden. Betriebsrente für alle – das klingt erst mal gut. Doch leider ist es in der vorliegenden Form nur ein billiger Etikettenschwindel. Denn was die Bundesregierung plant, das ist keine klassische Betriebsrente, bei der der Chef seinen Beschäftigten eine Rente zusagt und das voll aus dem Betrieb finanziert. Im Gegenteil. Es handelt sich um das Modell der sogenannten „Entgeltumwandlung“.
In den meisten Fällen zahlt dabei allein der Arbeitnehmer aus seinem Bruttolohn in eine Direktversicherung oder eine Pensionskasse. Er spart damit Steuern und Sozialabgaben, weshalb solche Modelle als extrem lukrativ angepriesen werden. Leider ein Taschenspielertrick, denn unterm Strich ist die Entgeltumwandlung für die meisten ein Verlustgeschäft. Dafür sorgt neben Steuern und den vollen Kranken- und Pflegebeiträgen im Alter eine deutlich niedrigere gesetzliche Rente. Wie ist das möglich? Wer als Beschäftigter Rentenbeiträge spart, erwirbt damit auch keine Rentenansprüche. Was zunächst nach Peanuts klingt, kann im Alter zu erheblichen Einkommensverlusten führen. Nimmt man eine Rentenlaufzeit von 20 Jahren an, können sich diese Verluste auf über 30.000 Euro summieren. Weiß Andrea Nahles das?
Außerdem belastet die Förderung von sogenannten „Betriebsrenten“ massiv die Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung. Wenn alle Beschäftigten wie von der Bundesregierung nun vorgesehen die maximal möglichen Einzahlungen leisten würden, fehlten der Rentenkasse über 30 Milliarden Euro. Jahr für Jahr.
Will Andrea Nahles das?

 

Vorsorgelüge-Newsletter Nr. 12/2016 vom 7.11.2016

http://www.vorsorgeluege.de/