Die Mutter aller Bomben

USA werfen “Mutter aller Bomben” ab  

36 IS-Kämpfer in Afghanistan getötet

 

14.04.2017, 14:31 Uhr | dpa, cwe Tillerson: Beziehung zu Russland

 

Die Superbombe MOAB (Massive Ordnance Air Blast) ist in Afghanistan erstmals in einem Kampfeinsatz abgeworfen worden. (Quelle: Reuters)

Im Kampf gegen radikale Islamisten in Afghanistan haben die USA erstmals ihre größte nicht-atomare Bombe eingesetzt. Die GBU-43 ist auch als “Mutter aller Bomben” bekannt. Nach Angaben des afghanischen Verteidigungsministeriums wurden durch den Einsatz 36 Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat getötet. 

Weiterhin heißt es, zivile Opfer habe es nicht gegeben. Zuvor hatte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums Sean Spicer erklärt es seien Vorkehrungen getroffen worden, um zivile Opfer möglichst zu vermeiden. Die Frage, ob US-Präsident Donald Trump den Abwurf persönlich angeordnet hat, wollte Spicer nicht beantworten.

Das afghanische Verteidigungsministerium teilte zudem mit, es seien mehrere IS-Höhlen und Munitionsverstecke durch den Einsatz der GBU-43B zerstört worden. Der Bewohner Hakim Chan im Bezirk Achin, wo sich der Angriff mit der Bombe am Donnerstag ereignete, begrüßte die Attacke auf den IS. “Ich will einhundert mal mehr Bombenangriffe auf diese Gruppe”, sagte er.

Die Bombe gilt mit mehr als 8000 Kilogramm Sprengstoff und elf Tonnen TNT-Äquivalent als größter konventioneller Sprengkörper der US-Streitkräfte. Nur Russland verfügt über eine noch größere Bombe.

Die GBU-43 ist nach ihrer Entwicklung 2003 bisher nach US-Medienberichten noch nie bei tatsächlichen Kampfhandlungen eingesetzt worden. Ihre militärische Bedeutung ist umstritten, sie gilt wegen ihrer schieren Größe und der enormen Druckwelle vor allem als Mittel der psychologischen Kriegsführung.

 

Mutmaßliche IS-Verstecke im Visier

Der Abwurf aus einem Kampfflugzeug über der Provinz Nangarhar hatte dem Pentagon zufolge Tunnel der Terrormiliz Islamischer Staat sowie dessen Kämpfer zum Ziel. Auf diese Weise sollte die Gefahr für die amerikanischen und afghanischen Soldaten in der Region minimiert und der Schaden bei den Terroristen maximiert werden.

Die US-Streitkräfte seien derzeit dabei, den Schaden zu beurteilen. Die Rebellen verstärkten derzeit ihre Verteidigungslinien mit improvisierten Sprengkörpern, Tunnels und Bunkern, hieß es. “Dies ist die richtige Munition, um diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen und das Momentum unserer Offensive gegen den IS zu erhalten”, zitiert das Pentagon den Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, General John Nicholson.

 

Unser Kommentar dazu:

Wie schnell die Welt doch bereit ist zu vergessen.

Mit kommt es vor, als sei erst Gestern gewesen, als ein Mann, dem tausende in ihrer Verblendheit zu jubeln, am 4 September 1940 im Berliner Sportpalast zeterte:  “Wenn die britische Luftwaffe zwei- oder drei- oder viertausend Kilogramm Bomben wirft, dann werfen wir jetzt in einer Nacht 150.000, 180.000, 230.000, 300.000, 400.000, eine Million Kilogramm. Wenn sie erklären, sie werden unsere Städte in großem Maße angreifen – wir werden ihre Städte ausradieren!”

Heute viele Jahre später werfen die USA die “Mutter aller Bomben” (8000 Kilogramm Sprengstoff und elf Tonnen TNT-Äquivalent) auf ein Gebiet von Afghanistan ab, um ein Mittel gegen den IS zu haben.

Als wenn man mit Bomben einen Krieg gewinnen kann.

Bei dem Einsatz dieser Bombe wurden (bisher genannte Zahlen) 36 IS-Kämpfer in Afghanistan getötet.

Umgangssprachlich wird die MOAB auch “Mother Of All Bombs”, also “Mutter aller Bomben” genannt. Der Begriff ist eine Anlehnung an den Ausdruck “Mutter aller Schlachten”, den Saddam Hussein während des Zweiten Golfkriegs geprägt hat. Der Sprengkörper kostet mehr als 14 Millionen US-Dollar.

Bleibt nur noch die Frage nach dem Nutzen und was ein Menschenleben wert ist, aber das können Sie ja jetzt selber ausrechnen.

 

©hk 14.04.2017