Es war einmal …

… eine fürsorgliche Königin, die sorgte sich entsagungsvoll, zur Tageszeit und auch des Nachtens stets um alle ihre betagten Menschen, die schon lange in ihrem Königreich rackerten und mit dem Zehnten, den diese gerne für ihre Herrin hergaben, um nach der Schimäre ihres Oheims, dem feisten Vereinigungskönig, es mit ihrem Fleiß in blühende Landschaften verwandelten.

Nun da diese Menschen alt und siech geworden waren, öffnete die fürsorgliche Königin ihre höchst-eigenen, prall gefüllten Schatztruhen und gab den alten Menschen, aus übervollem Herzen reichlich einen löblichen Altenteil, damit sie in ihrem Land gut und gerne leben sollten!

Denn schon in grauen Vorzeiten hatte ein pickelhaubiger Zauberer aus dem finsteren Sachsenwalde im hohen Norden zu Hamburg, zugleich mit einem schrecklich sauren Hering zur Befehdung des Rausches der Bacchus-Gelage, an der köstlich klaren und bekömmlichen Bismarck-Quelle, eine Securance gezaubert, für die die Untertanen, aber auch nicht alle, sondern nur den niederen Untertanen – unter der Bemessungsscheide, denen die Büttel, eh man es sich versah, neben dem Zehnten für die Königin, weitere reichliche Taler von ihrem Lohn, (zapzarap) eskamotierten.

Die Königin nannte diese Schatztruhe immer listigerweise “Königliche Altenteiltruhe”, damit die Untertanen überhaupt nicht etwa auf die Idee kämen, sie sorgten schon selber privat mit ihrem Lohnabzug für ihr Altenteil, denn sie sollten ja sie, ihre Königin lieben, und ihre “Fürsorglichkeit” auf ewig lobpreisen.

Wenn die Königin einmal allein mit ihren Schranzen in ihrem Schloss war, kam es auch schon einmal vor, dass sie die Altenteiltruhe mit ihren persönlichen Schatztruhen verwechselte und reichlich Taler daraus entwindete, schließlich magazinierte diese Truhe ja in ihren Gemächern herum.
Auch musste sie dafür sorgen, dass die neu dazugekommenen Untertanen aus allen Herren Länder, die sie einlud um ihre Untertanen zu mehren, was sie ja schließlich geschworen hätte, wozu jed
er Kreuzer zu Nöten gereichte.

Und so reiste sie weiter und weiter, ungeniert und frohen Herzens, völlig losgelöst in geflügelten, güldenen Kutschen, aus den Arsenalen der Landsnechte – für lächerlich wenig Taler – in ihrem weiten Reich herum und erzählte den Menschen weiterhin ihre Mär vom Land in dem Milch und Honig flössen und von ihrem fürstlichen Pferd.

 

Lassen Sie sich von dieser alten Märchentante keine faulen Geschichten erzählen! Die “fürsorgliche Königin” aus dem Märchen dachte noch nicht einmal im Traum daran, ihren Untertanen aus ihren “persönlichen Schatztruhen”, die ja nur durch ihr sagenhaftes Können so prall sich füllten, auch nur ein paar Kreuzer zurück zu geben!
Wenn sie etwas aus ihren fetten Säckeln verteilte, dann nur an die, ihr lieb gewordenen Hofschranzen und alle jene, die treu und widerspruchslos sich ihr ergaben und dafür sorgten, dass die Königin noch lange, lange das Land regiere und ihnen die Taler reichlich zuflössen!

Und wenn sie nicht  … dann verzählt sie diesen Aberwitz auch noch morgen – unbehelligt weiter!