Das Beamtentum

 

Immer wieder hören wir, kommt es in öffentlichen Diskussionen oder Talkrunden im Fernsehen dazu die überhöhten Altersgeldbezüge der Beamten in Frage zu stellen: Da kann und vor allen Dingen, da darf nichts verändert werden, das sei in unserer “Verfassung”, der Übergangsregelung der alliierten Besatzungsmächten, dem so genannten “Grundgesetz” felsenfest verankert!

Wir haben einmal nachgeforscht. Im gesamten Grundgesetz taucht der Begriff “Beamte” zwar mehrmals auf, in Fragen der Ernennung und Verwendung der Beamten, aber nur ein einziges Mal was man auch nur im Entferntesten mit der Alimentierung oder Pension in Verbindung bringen könnte.

Im Artikel 33 Absatz 5 findet sich die Formulierung:

“Das Recht des öffentlichen Dienstes ist unter Berücksichtigung der hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums zu regeln und fortzuentwickeln.”

Das soll nun die unveränderbare “Verfassungsverankerung” dafür sein, dass Beamten – Pensionen im schnitt DREIMAL so hoch sind als die Renten der abhängigen und sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in vergleichbaren Positionen?


Da wäre es doch angebrachter und für alle besser verständlich, die sehr gut versorgt erscheinende Gestalt des hier abgebildeten “Hemiunu”, seines Zeichens höchster Beamte des Pharao Cheops im alten Ägypten vor rund viereinhalbtausend Jahren, heranzuziehen um auch noch heute eine übermäßig notwendige Besserversorgung von Staatsdienern gegenüber den Normalbürgern zu argumentieren und begründen.

Wie schräg, unrealistisch und realitätsfremd die Ansichten des Deutschen Beamtenbundes (DBB), der Interessenvertretung der rund 900.000 deutscher Beamter ist, bewies deren Vorsitzender, Klaus Dauderstädt, erst kürzlich in Berlin, indem er davor warnte, die inzwischen angesparten Rücklagen für die Beamtenversorgung bei Bund und Ländern in zweistelliger Milliardenhöhe zweckentfremdet einzusetzen. Die Versorgungsrücklagen dürften weder zur Sanierung der Globalhaushalte noch zur Stabilisierung der Rentenversicherung missbraucht werden.

 

Bei solchen irren Äußerungen ihres Interessensvertretungs – Vorsitzenden wundert es den Herrn Dauderstedt, dass die Beschäftigten (Beamte und Verwaltungsangestellte im Öffentlichen Dienst) von der Politik zu gering geschätzt und von den Bürgern zu wenig respektiert würden und fordert mehr Wertschätzung für den öffentlichen Dienst.

 


Hergebrachte Grundsätze des Berufsbeamtentums