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Das dänische Volksrentensystem

Im dänischen Volksrentensystem ist jeder versichert, der in Dänemark wohnt. Die Mitgliedschaft im Volksrentensystem hängt nicht davon ab, ob man eine Beschäftigung oder Tätigkeit ausübt. Auch Hausfrauen können Rentenansprüche erwerben.

Das Volksrentensystem ist ein Grundsicherungssystem, das bei Invalidität oder im Alter eine ausreichende Grundversorgung des Einzelnen sicherstellen soll. Es können Frührenten wegen Invalidität und Volksrenten gezahlt werden. Renten an Witwen, Witwer und Waisen kennt das Volksrentensystem nicht. Dennoch bleiben sie nicht unversorgt.

Jeder zahlt einen Pauschbetrag

Das System wird in erster Linie aus Steuermitteln finanziert. Arbeitnehmer, Selbständige und Arbeitgeber sind daher nur indirekt an der Finanzierung beteiligt. Sie sind verpflichtet, einen Pauschalbeitrag zum sogenannten Arbeitsmarktfonds zu zahlen. Aus dem Fonds wird dann ein Teil der Leistungen finanziert.
Als Pauschalbeitrag zahlen Arbeitnehmer und Selbständige einen Betrag in Höhe von acht Prozent ihres Arbeitsverdienstes beziehungsweise Gewinns. Arbeitgeber behalten den Beitrag gleich vom Gehalt ein und führen ihn an die dänischen Finanzbehörden ab.

Rentenalter wird auf 67 angehoben

Die Volksrente (folkepension) ist die Altersrente des Volksrentensystems. Sie wird zurzeit von 65 Jahren an gezahlt und setzt sich aus einem Grundbetrag und einer Rentenzulage zusammen. Anspruch auf die Volksrente hat man ab einem Alter von 65 Jahren, wenn man irgendwann ab dem 15. Geburtstag mindestens drei Jahre in Dänemark gewohnt hat.

Für zwischen dem 1. Januar 1959 und dem 30. Juni 1960 Geborene, wird die Altersgrenze von 65 Jahren schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Es gibt die Möglichkeit, den Bezug der Volksrente über die gesetzliche Altersgrenze hinaus aufzuschieben. Dadurch kann man gegebenenfalls eine höhere Leistung erzielen. Der Aufschub der Rente ist jedoch nur bis zum 70. Geburtstag möglich.

Arbeitsmarktpolitik in Dänemark

VonThorsten Braun

 

Dänemark gilt beschäftigungspolitisch als Vorbild in Europa.

Die Arbeitslosenquote ist von über 11 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung im Jahr 1993 auf annähernd 5 Prozent im Jahr 2001 gefallen, mithin kann Dänemark eine Vollbeschäftigungssituation wieder als realistisches Politikziel definieren.

 

  • Der dänische Arbeitsmarkt gilt heute als einer der flexibelsten in Europa bei gleichzeitiger Sicherung eines hohen sozialen Standards. Die Kündigungsschutzregeln für Beschäftigte sind im internationalen Vergleich sehr schwach ausgebaut.
  • Die Arbeitsmarktpolitik wird durch die Sozialparteien und von ihren den staatlichen Arbeitsbehörden zugeordneten drittelparitätisch von Gewerkschaften, Arbeitgebern und staatlichen Vertretern besetzten Gremien erheblich beeinflusst.
  • Im Vergleich zu den übrigen europäischen Ländern ist die Erwerbsbeteiligung in Dänemark sehr hoch. Die Erwerbsquoten von Männern und Frauen lagen 1999 mit 81,2 Prozent und 71,6 Prozent deutlich über dem europäischen Durchschnitt von etwa 62 Prozent.
  • Als Hauptanker der neuen Arbeitsmarktpolitik wurde ein relativ hohes Einkommensniveau erhalten, Ausdruck der auf Gleichheit ausgerichteten sozialdemokratischen Einkommens- und Arbeitsmarktpolitik. Eine Reduzierung der Arbeitslosigkeit sollte weder durch eine Senkung der Leistungen für Arbeitslose, noch der Mindestlöhne herbeigeführt werden.
  • Im Rahmen sozialpolitischer Reformmaßnahmen mit Einfluss auf die Arbeitsmarktpolitik kam es 1998 zu einer umfassenden Reform der Sozialgesetzgebung u.a. mit einer engeren Verknüpfung von Rechten und Pflichten der Anspruchsberechtigten. Für Arbeitslose und Geringqualifizierte wurden die Barrieren beim Zugang zum Arbeitsmarkt bzw. sich dort zu etablieren, geringer.
  • Im Bereich der passiven Arbeitsmarktpolitik wurde die Bezugsperiode von Arbeitslosengeld von theoretisch bis zu neun Jahren auf nur mehr ein Jahr schrittweise verkürzt. Drei weitere Jahre besteht der Anspruch auf Leistungen nur bei aktiver Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Erziehungsjahr und das inzwischen wieder abgeschaffte Sabbatical wurden eingeführt.
  • Die aktive, besser „aktivierende“ Arbeitsmarktpolitik konzentriert sich auf individuelle, auf Bedürfnisse und Potenziale des Arbeitslosen und des Arbeitsmarktes zugeschnittene Maßnahmen wie Beratungs- und Bewerbungskurse, Fortbildung, Jobtraining oder Jobrotation. Besonders erfolgreich sind direkte Kontakte zwischen Arbeitssuchenden und Betrieben bei Praktika oder bei der Jobrotation. Hier ersetzt mit staatlicher Förderung ein Arbeitsloser zeitweilig einen zu Sonderfortbildungen abgestellten Arbeitsplatzbesitzer.

 

Herausgeber und Redaktion: Albrecht Koschützke, Stabsabteilung der Friedrich-Ebert-Stiftung 53170 Bonn, Tel.: 0228-883376, Fax: 883432,

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Stand 06.06.2016

hk 06.06.2016

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