Litauen

Arbeitsmarkt und Sozialpolitik in Litauen

Die Situation in Litauen ist seit Jahren geprägt von hohen Wachstumsraten  (7-10%, in 2006: 7,5%), leicht steigenden Preisen (in 2006: 3,8%) und Einkommen (durchschnittlich 22% für 2007). Die Arbeitslosigkeit nähert sich historischen Tiefständen nach 1992 (derzeit weniger als 5%, in 2006: 5,6%). Auch aufgrund erheblicher Auswanderungsziffern (weit über 400.000 Personen) in den vergangenen 15 Jahren ist – trotz steigender Beschäftigungsraten – der Arbeitsmarkt nahezu erschöpft (Arbeitslosigkeit Mitte 2007 ca. 3%) , in einigen Branchen gibt es gravierenden Mangel an qualifizierten Fachkräften.

Es wird noch eine Weile dauern, bis Litauen bei Produktivität, Wirtschaft und Lebensstandard der Bevölkerung zum Durchschnitt der EU-Länder aufgeschlossen hat. Gegenüber den niedrigen Ausgangswerten noch vor wenigen Jahren sind aber schon große Verbessserungen erreicht worden. Der EU-Beitritt im Jahre 2004 hat diese Entwicklung mit befördert.

Renten- und Arbeitslosenversicherungssysteme sowie das Arbeitsrecht einschließlich der Arbeitssicherheitsvorschriften sind in den letzten Jahren transformiert und inzwischen auch den EU-Vorgaben angepasst worden. Sozial- und Gesundheitssysteme sind aber weiterhin noch im Aufbau. Es kann nicht alles gleichzeitig erledigt werden. Also musste man in fast allen Bereichen klare Prioritäten setzen.

Die meisten Einwohner leben in Eigentumswohnungen bzw. -häusern. Wohnungsmieten haben sich in den letzten Jahren, wie auch die Baupreise, u.A. vor dem Hintergrund einer florierenden Bauwirtschaft stark erhöht. Mieten, sonstige Lebenshaltungskosten und Immobilienpreise differieren regional stark.Für Beschäftigte ist Sozialsteuer (ca. 34% der Lohnsumme) zu entrichten, die im Wesentlichen der Arbeitgeber zu tragen hat. Die von den Arbeitnehmern zu zahlende Einkommensteuer in Höhe von derzeit 27% soll in den nächsten Jahren weiter ermäßigt bzw. evtl. progressiv gestaltet werden.

Arbeitslosigkeit

Die staatliche Arbeitsmarktpolitik setzt im Wesentlichen auf aktivierende Maßnahmen und Strukturpolitik im Rahmen regionaler Konzertationsmodelle. Zahlreiche EU-Projekte, nicht zuletzt mit Mitteln des ESF, stützen diese Politik. Als Versicherungsleistungen werden Arbeitslosengeld (für 9 Monate) sowie Unterstützungen bei Fortbildungsmaßnahmen gezahlt.

Zuständig ist die staatliche Arbeitsagentur („Arbeitsbörse“).

Staatliche Arbeitsbörse 

Rentenversicherung

Das Rentenversicherungssystem hat drei Säulen: Allgemeine Staatsrente, kapitalgedecktes Fondsystem und private Fondsmodelle. Bis zum Jahre 2009 werden die Rentenbeiträge – je nach Altergruppe obligatorisch oder optional – hälftig in das allgemeine System (Staatsrente im Umlageverfahren, 1. Säule) und kapitalgedeckte Rentenfonds (2. Säule) gezahlt, während die dritte Säule (private Rentenfonds) freiwillig bleibt. Zuständig für Verwaltung der Mittel und Zahlung von Renten, aber auch bezüglich der EU-Koordination von Rentenleistungen, ist die staatliche Sozialversicherungsanstalt.

Staatliche Sozialversicherungsanstalt 

Gesundheitssystem

Das staatliche System der Gesundheitssicherung ist in Litauen geprägt vom im Aufbau befindlichen Hausarztsystem, einem seit einigen Jahren in Umstrukturierung befindlichen Krankenhauswesen mit allmählich verbesserten Gesundheitsleistungen und unterschiedlich hohen Zuzahlungen bei ärztlichen Leistungen, Krankenhausbehandlung, Medikamenten und Hilfsmitteln. Für EU-Bürger, die in Deutschland im allgemeinen System krankenversichert sind, besteht bei Vorlage der entsprechenden Bescheinigung (E 111) der deutschen Krankenkasse Anspruch auf Gesundheitsleistungen nach litauischem Standard. Privat krankenvesicherte Personen sollten sich bezüglich der Leistungsvoraussetzugnen bei Ihrer jeweiligen Versicherung erkundigen.

Informationen auf der Seite des Gesundheitsministeriums 

 

hk 08.07.2016

 

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