Spanien

 

 

 

Rentensystem im Jahr 2012 nach OECD

Das staatliche spanische Rentensystem beruht auf einer einzigen, verdienstabhängigen Leistung (beitragsbezogene Ebene) mit einer bedürftigkeitsabhängigen Mindestrente. Des Weiteren gibt es eine bedürftigkeitsabhängige, nicht beitragsbezogene Ebene, die an die Stelle des vorherigen Sondersystems der Sozialhilfe getreten ist.
Anspruchskriterien
Im Rahmen der Rentenreform von 2011 wurde das Rentenalter für den Bezug einer Vollrente sowohl für Männer als auch für Frauen von 65 auf 67 Jahre angehoben.
Anspruch auf Rentenleistungen besteht nach 15 Beitragsjahren. Mit 38,5 Beitragsjahren wird es weiterhin möglich sein, im Alter von 65 Jahren ohne Abschlag in Rente zu gehen. In der Modellrechnung wird ein Eintritt in den Arbeitsmarkt im Alter von 20 Jahren und eine volle Beitragsdauer unterstellt. Diese Annahmen entsprechen einem Rentenalter von 65 Jahren.
Rentenberechnung
Verdienstabhängige Rente
Vor der Reform erfolgte der Erwerb von Rentenansprüchen nach folgendem Schema: Nach 15 Beitragsjahren beliefen sich die Rentenansprüche auf 50% der Bemessungsgrundlage. Während der folgenden zehn Jahre kamen pro Jahr weitere 3% hinzu, danach 2% pro Jahr. Der Höchstsatz lag bei 100% und wurde nach 35 Beitragsjahren erreicht.
Seit der Reform beträgt der Satz nach 15 Beitragsjahren noch immer 50%, anschließend erhöht er sich linear; 100% werden nach 37 Beitragsjahren erreicht. Als Bemessungsgrundlage dient seit der Reform der Verdienst der letzten 25 Jahre (vor der Reform wurde der Verdienst der letzten 15 Jahren zu Grunde gelegt), der außer für die zwei letzten Jahre entsprechend der Preisentwicklung aufgewertet wird. Dies bedeutet, dass die Ersatzquote im Verhältnis zum zuletzt bezogenen Lohn weniger als 100% beträgt. Das anrechenbare Arbeitsentgelt für die Beitrags- und Leistungsberechnung ist auf 39 150 Euro begrenzt, was 153% des Durchschnittsverdiensts entspricht. Die Rentenzahlungen sind preisindexiert.
Mindest- und Höchstrente
Es gibt eine Mindestrente, die ab dem Alter von 65 Jahren bezogen werden kann und sich auf 618,90 Euro monatlich oder 34% des Durchschnittsverdiensts (für Rentner ohne unterhaltsberechtigten Ehepartner) bzw. 763,60 Euro monatlich oder 42% des Durchschnittsverdiensts (für Rentner mit unterhaltsberechtigtem Ehepartner) beläuft. Pro Jahr sind 14 Zahlungen vorgesehen.
Es existiert auch eine Mindestrente für Verwitwete, die 715,60 Euro pro Monat beträgt (für Verwitwete mit unterhaltsberechtigten Kindern), und eine Mindestrente für Waisen. Die Mindestrenten sind in den vergangenen Jahren stärker gestiegen als der Preisindex. Zwischen 2004 und 2012 hat sich der Preisindex um 22,87% erhöht, während die Mindestrenten um 55,6-40,5% (je nach Art der Rente) gestiegen sind.
Die Höchstrente lag 2012 bei 2 522,89 Euro monatlich (14 Zahlungen pro Jahr).
Abweichende Erwerbsbiografien
Frühverrentung
Eine Frühverrentung ist ab 63 Jahren („unfreiwillige“ Arbeitslosigkeit) bzw. ab 65 Jahren („freiwillige“ Arbeitslosigkeit) möglich, falls mindestens 33 Jahre bzw. 35 Jahre lang Beiträge entrichtet wurden; vor der Reform war ein vorzeitiger Rentenbezug ab 61 Jahren („unfreiwillige“ Arbeitslosigkeit) bzw. ab 63 Jahren („freiwillige“ Arbeitslosigkeit) möglich, und in beiden Fällen waren 33 Beitragsjahre erforderlich. Der versicherungsmathematische Rentenabschlag variiert je nach Zahl der Beitragsjahre zwischen 2% und 1,5% pro Quartal.
Die Mindestrente für Frührentner beträgt 578,90 Euro monatlich oder 32% des Durchschnittsverdiensts für alleinstehende Rentner bzw. 715,60 Euro monatlich oder 39% des Durchschnittsverdiensts für Rentner mit unterhaltsberechtigtem Ehepartner und erhöht sich nach Vollendung des 65. Lebensjahrs. Der Bezug einer Teilrente ist ab 63 Jahren (wenn eine neue Arbeitskraft eingestellt wird) oder 65 Jahren (wenn keine Ersatzkraft eingestellt wird) möglich. Sowohl die neu eingestellte Arbeitskraft als auch der Teilrentner müssen voll in das Rentensystem einzahlen. Vor der Reform entrichteten Teilrentner nur einen anteiligen Beitrag entsprechend der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden.
Spätverrentung
Es ist möglich, die Inanspruchnahme der Rente über das Regelrentenalter hinaus zu verschieben. Für Personen, die 15-25 Beitragsjahre nachweisen und nach Vollendung des 67. Lebensjahres weiter erwerbstätig sind, erhöhen sich die Rentenleistungen mit jedem zusätzlichen Erwerbsjahr um 2% der Berechnungsgrundlage. Bei 25-37 Beitragsjahren beläuft sich der Aufschlag auf 2,75%, bei 37 Beitragsjahren auf 4%. Ab 67 Jahren besteht zudem die Möglichkeit, Teilrente und Teilzeitbeschäftigung zu kombinieren. In diesem Fall muss keine Ersatzkraft eingestellt werden.
Kindererziehungszeiten

Während des Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaubs besteht Rentenversicherungsschutz. Zwei Jahre Nichterwerbstätigkeit wegen Kindererziehung können auf die Rente angerechnet werden.

 

Arbeitslosigkeit

Bei Bezug von Arbeitslosengeld zahlt der Staat den Arbeitgeberanteil der Beiträge zur Rentenversicherung in voller Höhe, während der Arbeitnehmeranteil vom Betroffenen selbst entrichtet wird. Die Bemessungsgrundlage, auf deren Basis die Beiträge berechnet werden, ist der Durchschnittsverdienst der letzten sechs Monate vor Eintritt der Arbeitslosigkeit. Leistungsbezugsdauer hängt von der Zahl der Beitragstage während der vorangegangenen sechs Jahre ab und schwankt zwischen vier Monaten und zwei Jahren. Die anschließend gezahlte Arbeitslosenhilfe begründet keine Rentenansprüche, außer für Personen ab 55 Jahren. Für letztere werden die Beiträge zur Rentenversicherung bis zum Erreichen des Rentenalters von staatlicher Seite getragen. Diese Beiträge werden auf 100% der Mindestbemessungsgrundlage von 748,20 Euro monatlich erhoben.
INDIKATOREN © OECD 2014
 hk 21.07.2016

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Rentenüberblick in Spanien
Das öffentliche Rentensystem stützt sich auf einen Staatsvertrag, dem so genannten “Pakt von Toledo”, der von sämtlichen politischen Parteien, Gewerkschaften und Arbeitgeberorganisationen im Jahr 1995 unterzeichnet und später im Plenum des Abgeordnetenkongresses bestätigt wurde. Mit dem Pakt von Toledo wurden zwei Ziele verfolgt, zum einen die Vermeidung der Konfrontation der politischen Parteien, die jedes Jahr bei der Aufstellung des Haushalts für die Sozialversicherung stattfand und zum Anderen die Suche nach getrennten Finanzierungsmöglichkeiten für die verschiedenen Leistungen der Sozialversicherung, je nachdem, ob es sich um beitragsabhängige oder unterstützende Leistung handelt. Im ersten Fall erfolgt die Finanzierung in erster Linie über Beiträge, im zweiten ausschließlich über den Staatshaushalt Weiterhin einigte man sich auf die Gründung des so genannten Reservefonds der Sozialversicherung mit dem Ziel, besondere Stabilitäts- und Reservefonds einzurichten, um künftig über die notwendigen Mittel für beitragsgebundene Leistungen auf Grund von Abweichungen zwischen Einnahmen und Ausgaben der Sozialversicherung zu verfügen. Die Tätigkeit dieses Fonds wird durch einen Kontrollausschuss geprüft, zu dessen Mitgliedern je vier Gewerkschaftsvertreter und vier Vertreter der Arbeitgeberorganisationen gehören. Der Grad dieser finanziellen und politischen Autonomie führte dazu, dass die sozialen Organisationen (Gewerkschaften und Arbeitgeber) eine wichtige und legitime Rolle als Vertreter derjenigen einnehmen, die sie bei der Gestaltung, der Kontrolle und Reform des Systems unterstützen. Von daher wurden seit 1995 sämtliche Reformen mittels Übereinkommen unter Beteiligung der Gewerkschaften, Arbeitgeberorganisationen und der Regierung erreicht

1. Säule

Das öffentliche spanische Rentensystem besteht aus einer einzigen, verdienstabhängigen Säule mit einer bedürftigkeitsabhängigen Mindestrente. Des Weiteren gibt es eine bedürftigkeitsabhängige, nicht beitragspflichtige Ebene, die an die Stelle des vorherigen Sondersystems der Sozialhilfe getreten ist. Das öffentliche Rentensystem ist ein Stützpfeiler des Sozial- und Wohlfahrtsstaates und zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

Beiträge:
Die Höhe der Rente steht in Relation zu den eingezahlten Beiträgen während des Arbeitslebens.
Umlage:
Die Renten werden über Beitragszahlungen der aktiven Bevölkerung finanziert. Diese Gruppe erhält wiederum ihre Rente aus den Beiträgen der arbeitenden Bevölkerung, wenn sie selbst in Rente ist.
Staatlich:
Öffentliche Kontrolle und Verwaltung bei der Verteilung und Auszahlung der Leistungen; Staatsgarantie. Verpflichtend: für alle arbeitenden Personen.
Solidarität:
Auf drei Ebenen.
Zwischen den Generationen – Alt und Jung. Zwischen den Regionen: Höhere und niedrigere Renten. Zwischen den Personen – Von hohem bis niedrigem Rentenniveau – bei Bestehen einer Ober- und Untergrenze. Das Solidaritätsprinzip äußert sich in der Zulage zur Mindestrente.
Diese Zulage wird vom System für die Fälle geleistet, bei denen die Höhe der Rente für den notwendigen Lebensunterhalt nicht ausreicht. Der Ausgleich erfolgt in Höhe des fehlenden Betrags bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Mindestrente. Das Renteneintrittsalter wird mit Vollendung des 65. Lebensjahres erreicht. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Renteneintrittsalter vorgezogen werden. Zusätzlich zum Alter muss eine Mindestversicherungszeit nachgewiesen werden:
  1. Allgemeine Mindestversicherungszeit: 15 Jahre effektiv (5.475 Tage).
  2. Besondere Versicherungszeit: 2 Jahre innerhalb der 15 Jahre unmittelbar vor Beantragung der Rente.
  3. Für jedes fehlende Jahr bzw. fehlenden Anteil eines Jahres bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres gibt es einen Rentenabschlag von 8%.
  4. Die Rentenhöhe richtet sich nach der Anzahl der Beitragsjahre, während der in die Sozialversicherung eingezahlt wurde.
  5. In keinem Fall kann eine Person unter 52 Jahre durch Anwendung des Berechnungskoeffizienten Rente beziehen.
2. und 3. Säule
Die 2. und 3. Säule haben im Rentensystem praktisch keine Bedeutung. Es gibt nur wenige freiwillige Vereinbarungen zwischen Betrieben und ihren Arbeitnehmern. Die private Rentenvorsorge ist bei Bauarbeitern nur wenig ausgeprägt.
3. Vorgezogene Altersrenten und spezielle Rentenarten
3.1 Vorgezogene Altersrente
ab 60 Jahren auf Grund einer Mitgliedschaft in einer Versicherung auf Gegenseitigkeit (Pensionskasse) Dafür sind Beitragszahlungen vor dem 1.1.1967 notwendig bzw. Belege über die Zeit der Beschäftigung vor diesem Datum. In dem Fall hat die betreffende Person Anspruch auf Bonifikationen in Anlehnung an ihr Alter zum 1.1.1967. Die Rentenhöhe wird dabei für jedes Jahr bzw. Jahresanteil um 8% gekürzt, sofern nicht ein Beitragszeitraum von 30 Jahren oder mehr nachgewiesen werden kann und das Ausscheiden nicht durch Verschulden des Arbeitnehmers erfolgte. Für letzteren Fall liegt der Rentenabschlag bei 7,5% für Beitragsjahre zwischen 30 und 34 Jahren bzw. bis 6% für 40 oder mehr Beitragsjahre.
 
3.2 Vorgezogene Altersrente
ab 61 Jahren ohne Mitgliedschaft in einer Versicherung auf Gegenseitigkeit Voraussetzungen:
a) Ein effektiver Beitragszeitraum von 30 Jahren;
b) das Ausscheiden erfolgt nicht durch Verschulden des Arbeitnehmers;
c) die betreffende Person ist arbeitssuchend gemeldet. Arbeitnehmer über 52 Jahre können eine vorgezogene Altersrente beziehen, sofern ihr Anspruch auf beitragsunabhängige Unterstützung abgelaufen ist bzw. bei denen der Anspruch auf Leistungen auf Grund von Arbeitslosigkeit abgelaufen ist und sie die Anforderungen zum Erhalt von beitragsunabhängiger Arbeitslosenunterstützung für über 52-Jährige nicht erfüllen. Arbeitnehmer, die von einem Verfahren auf Genehmigung von Entlassungen und Kurzarbeit (Expedientes de Regulación de Empleo) betroffen sind, müssen weder arbeitssuchend gemeldet sein noch vorweisen, dass sie ihre Arbeitsstelle nicht durch eigenes Verschulden aufgeben mussten, sofern belegt werden kann, dass das Unternehmen dem Arbeitnehmer gemäß Tarifvertrag einen festen Betrag auszahlt (monatliches Arbeitslosengeld x 24 + Monatsbetrag des im Arbeitsvertrag des Arbeitnehmers festgelegten Gehalts) Die Rente wird entsprechend gekürzt, wobei für die Berechnung die Beitragsjahre und die fehlenden Jahre bis zur Vollendung des 65 Lebensjahres zugrunde gelegt werden.
3.3 Besonderer Renteneintritt mit 64 Jahren
Diese Altersrente können Arbeitnehmer beantragen, die – in Anlehnung an ihren Tarifvertrag oder einer anderen Vereinbarung- ihren Arbeitsplatz bei ihrem Ausscheiden an eine andere, arbeitssuchend gemeldete Person abtreten. Voraussetzung: Vollendung des 64 Lebensjahres und Erfüllung der weiteren Rentenanforderungen für die normale Rente mit Ausnahme der des Alters. Anpassungskoeffizienten finden in diesem Fall keine Anwendung. Die Möglichkeit der Altersrente mit 64 ist im aktuellen Tarifvertrag des Bausektors verankert.
3.4 Vorgezogene Altersrente
auf Grund der Berufsgruppe bzw. der ausgeübten beruflichen Tätigkeit Hier handelt es sich um Berufsgruppen bzw. berufliche Tätigkeiten, die mit einer hohen Krankheitsrate bzw. Sterblichkeitsrate in Verbindung stehen und bei denen die Arbeitnehmer schwere Arbeit verrichten, mit Giftstoffen in Kontakt kommen bzw. in gefährlicher oder gesundheitsschädlicher Umgebung arbeiten. Diese Altersrente kann beantragt werden, sofern die Arbeitnehmer die vorgeschriebene Mindestarbeitszeit in dem entsprechenden Beruf bzw. der Tätigkeit nachweisen können und Mitglied der Sozialversicherung oder sich in einer gleichgestellten Situation befinden sowie alle weiteren allgemeinen Anforderungen erfüllen.
Zu den anerkannten Berufsgruppen bzw. Tätigkeiten gehören: Bergleute; Bordpersonal in Flugzeugen; Eisenbahner, Artisten; Stierkämpfer, Feuerwehrleute im Dienste öffentlicher Einrichtungen und Stellen, Polizisten (Ertzaintza). Im Bauersektor können für die Teilsektoren Steinbrüche, Kies- und Sandgruben Berechnungskoeffizienten zur Herabsetzung des Rentenalters angewendet werden. Beispielsweise ergibt sich bei einem Faktor von 0,15 für einen Arbeiter, der 10 Jahre in diesem Bereich gearbeitet hat, ein Wert von 1,5 Jahren (10×15=1,5). Diese 1,5 Jahre kann er vor seinem normalen Renteneintrittsalter in Rente gehen.
3.5 Altersrenten aufgrund einer Behinderung
von 45% oder mehr bzw. von 65% Arbeitnehmer, die eine Behinderung von 65% oder mehr nachweisen können, können eine vorzeitige Altersrente beantragen. In diesem Fall werden Berechnungskoeffizienten von 0,25% bzw. 0,50% zugrundegelegt, je nachdem, in wie weit die Person zur Bewältigung des täglichen Lebens auf Hilfe durch Dritte angewiesen ist. Arbeitnehmer mit einer Behinderung von 45% oder mehr, welche vom Gesetzgeber anerkannt ist. Der Zeitraum bis zur Erreichung des Rentenalters wird in diesem Fall dem Versicherungszeitraum ausschließlich zum Zwecke der Berechnung der Rentenhöhe angerechnet.
3.6 Teilrenten
Eine Teilrente ist nach Vollendung des 60. bzw. 61. Lebensjahres möglich und setzt eine Teilzeitvereinbarung mit dem Arbeitgeber voraus. Diese Vereinbarung kann, muss aber nicht, an den Abschluss eines Kettenvertrags mit einer arbeitslosen Person bzw. einer Person gebunden sein, die beim Unternehmen über einen befristeten Arbeitsvertrag verfügt. Die Rentenhöhe errechnet sich dabei prozentual aus der Verringerung der Arbeitstage im Verhältnis zur entsprechenden Rentenhöhe in Anlehnung an die nachgewiesenen Beitragsjahre des Arbeitnehmers. Die Arbeitszeitverkürzung liegt bei mindestens 25%, höchstens bei 75% (und kann auf 85% ausgedehnt werden, falls es sich bei dem Kettenvertrag um einen unbefristeten Vollzeitvertrag handelt). Der effektive Beitragszeitraum muss 30 Jahre betragen, und der Arbeitnehmer muss eine Unternehmenszugehörigkeit von mindestens 6 Jahren unmittelbar vor Beantragung der Teilrente nachweisen können.
 
3.7 Flexible Renten
Es besteht die Möglichkeit der Kopplung der Altersrente an eine Teilzeitvereinbarung; wodurch sich die Rente im umgekehrten Verhältnis zur geleisteten Arbeitszeit vermindert. Die Grenzen für die Arbeitszeitverkürzung liegen zwischen mindestens 25% und maximal 75%, innerhalb eines Übergangszeitraumes bis 2012.
 
4. Vorteile/Bonifikationen
für diejenigen, die länger arbeiten Voraussetzung ist ein Lebensalter über 65 Jahren mit 35 Beitragsjahren. – Erhöhung der für die Bemessungsgrundlage geltenden 100% um zusätzlich 2% für jedes abgeschlossene Arbeitsjahr sowie um 3% , wenn bei Vollendung des 65. Lebensjahres mehr als 40 Beitragsjahre nachgewiesen werden können. – Die Unternehmer und Arbeitnehmer sind von Beitragszahlungen an die Sozialversicherung ausgenommen. In keinem Fall kann die erreichte Rentenhöhe die maximale Rentenhöhe überschreiten (2.567 € pro Monat, 2016)
5. Beiträge zur öffentlichen Rentenkasse
In Spanien werden die Beitragszahlungen zur öffentlichen Rentenkasse von Unternehmern und Arbeitnehmern nach Beitragstyp und –höhe, welche jedes Jahr neu festgelegt werden, an die Sozialversicherung entrichtet. Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung beträgt für die Arbeitgeber 23,6% und für die Arbeitnehmer 4,7%, zusammen also 28,3%.
6. Renteneinkünfte der Arbeitnehmer
Die Rentenhöhe wird prozentual aus dem Renteneintrittsalter, der Anzahl der Beitragsjahre und der effektiven Beitragshöhe errechnet. Beitragsjahre und Höhe der Rente Beitragsjahre Höhe der Rente in % ab 15 50% ab 25 80% ab 30 90% ab 35 100% Die durchschnittliche Altersrente für alle Arbeitnehmer in Spanien liegt bei 886€. Es besteht jedoch eine große Varianz in Abhängigkeit von der Anzahl und der Höhe der Beitragszahlungen. Zahlen für Bauarbeiter liegen nicht vor.
 
7. Berechnung der Rentenhöhe Bemessungsgrundlage.
Quotient, der sich ergibt, wenn man die Beitragsbemessungsgrundlagen des Versicherten während der 180 Monate vor dem Monat, in dem das auslösende Ereignis eingetreten ist, durch 210 teilt. Aktualisierung der Bemessungsgrundlagen: Die Beitragsbemessungsgrundlagen der 24 Monate unmittelbar vor dem Monat, in dem das auslösende Ereignis eingetreten ist, werden zum Real- bzw. Nennwert berücksichtigt. Die übrigen Beitragsbemessungsgrundlagen werden entsprechend der Entwicklung des Verbraucherpreisindex angepasst. Integration von Beitragslücken: Treten während des Zeitraumes der 180 Bemessungsgrundlagen Beitragslücken auf, so wird für diese Beitragslücken ausschließlich zum Zwecke der Rentenberechnung gemäß der Allgemeinen Regelung für Arbeitnehmer über 18 Jahren die zu diesem Zeitpunkt gültige minimale Bemessungsgrundlage zugrunde gelegt.
8. Anrechnungszeiten bei Arbeitslosigkeit,
Erwerbsunfähigkeit, Krankheit Bei einer vorübergehenden Erwerbsunfähigkeit während des aktiven Berufslebens einer Person, wird die Verpflichtung zur Beitragszahlung nicht ausgesetzt. Die maximale Dauer der vorübergehenden Erwerbsunfähigkeit kann höchstens 545 Tage betragen. Über diesen Zeitraum hinaus besteht keine Beitragspflicht; Beitragslücken werden dann, wie im zuvor beschriebenen Verfahren, gehandhabt. Bei Arbeitslosigkeit muss zwischen beitragsbezogenem Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe unterschieden werden. Beitragsbezogenes Arbeitslosengeld wird für eine Dauer von mindestens 120 Tagen bis maximal 720 Tagen in Anlehnung an den Beitragszeitraum der letzten 6 Jahre gezahlt. Während dieses Zeitraums werden die Beitragszahlungen für die Altersrente von der Staatlichen Arbeitsagentur (Servicio Público de Empleo Estatal) auf derselben Bemessungsgrundlage wie vor dem Arbeitsplatzverlust übernommen. Nach Auslaufen des beitragsgebundenen Arbeitslosengeldes können Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen Arbeitslosenhilfe beantragen, bei dessen Erhalt auch Rentenansprüche erzeugt werden. Ausgenommen davon sind Personen über 52 Jahren, für die die Sozialversicherung Beiträge für die Altersrente in Höhe von bis zu 125% des Mindestlohns leisten muss. Eine andere Möglichkeit, den Verlust von Rentenansprüchen zu vermeiden und die Bemessungsgrundlage für die Altersrente aufrechtzuerhalten oder zu erhöhen, ist eine freiwillige Vereinbarung mit der Sozialversicherung. Der Betreffende muss dann eigenständig für die Zahlung der entsprechenden Beträge aufkommen, sich in das Verzeichnis für Genehmigungen von Entlassungen und Kurzarbeit (Expedientes de Regulación de Empleo) eintragen, in das Arbeitnehmer von 55 Jahren und älter aufgenommen werden und zwar zum einen für das Unternehmen und den Arbeitnehmer und für die Allgemeine Kasse für soziale Sicherheit. Was die Finanzquelle für die Zulagen zur Mindestrente betrifft, so werden diese derzeit von 2 Seiten finanziert, sowohl über den allgemeinen Staatshaushalt als auch über die Sozialbeiträge. Ab 2013 muss die Finanzierung hauptsächlich über den allgemeinen Staatshaushalt laufen.
9. Industriebeziehungen und paritätische Rentenfonds
Im Bausektor werden Vertragsverhandlungen zu Pensionsplänen innerhalb der Unternehmen geschlossen. Dies betrifft aber nur einen sehr geringen Prozentsatz, da nur sehr wenige Unternehmen und Arbeitnehmer von diesen Verträgen betroffen sind. Allerdings haben die Gewerkschaften dort, wo es zum Abschluss von Verträgen kam, über ihre Vertreter nicht nur Projekte vorgestellt, sondern auch Verwaltungsvorschläge gemacht und sitzen sogar in den Überwachungs- und Kontrollausschüssen für die Pensionspläne.
10. Einfluss der aktuellen Wirtschaftskrise auf die Renten
Das öffentliche Rentensystem erfreut sich dank der im Pakt von Toledo vorgesehenen antizyklischen Instrumente guter Gesundheit. Zu diesen Instrumenten gehören die Aufrechterhaltung der Beitragszahlungen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite und die Erhöhung der Bemessungsgrundlage für Empfänger von Arbeitslosenhilfe über 52 Jahren bis zum Erreichen von 125% des garantierten Mindestlohns. Diese Maßnahmen konnten zusammen mit der Erhöhung der Beitragszeiten und der Bemessungsgrundlagen die Auswirkungen der schlechten Konjunkturlage auf die Einnahmen der Sozialversicherung abschwächen. Die Reserven in Höhe von 64 Milliarden € – dies entspricht 6% des BIP – gewährleisten, dass in Zukunft notwendige Reformen in Ruhe durchgeführt werden können. Dies bedeutet aber nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen können. Folglich leitet sich die Notwendigkeit einer Reform des Rentensystems nicht von der derzeitigen Wirtschaftssituation ab, sondern von der Notwendigkeit, das System mittel- und langfristig für die Personen sicherzustellen, die ab 2030 in Rente gehen
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11. Aktuelle politische Tendenzen.
Am 28. Januar 2011 kam es in der Rentenfrage zum Abschluss einer Vereinbarung zwischen Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgeberorganisation, die jetzt dem Abgeordnetenkongress vorliegt. Hauptmerkmale dieses Vertrages sind: Fortsetzung des aktuellen öffentlichen Rentensystems; Weiterverfolgung der Methode der Realisierung von Reformen durch Abkommen; es handelt sich um ein Ausgleichsabkommen zwischen Einnahmen und Ausgaben; Schaffung eines flexiblen Rentenalters zwischen 61und 67 Jahren; objektives System für schwere Arbeit, Arbeiten mit Giftstoffen, gesundheitsschädigende oder gefährliche Tätigkeiten; Bekämpfung von Betrug und Ausweitung der Rechte von Praktikanten; Maßnahmen zum Schutz der Geburtenzahlen. Die FECOMA-CCOO. möchte dabei die gesetzlichen Änderungen nutzen, um die bereits zur Verfügung stehenden Studien durchzusetzen und damit den Zugang zur einer vorzeitigen Altersrente für bestimmte Berufsgruppen in Verbindung mit schweren Arbeit, Umgang mit Giftstoffen, gesundheitsschädigenden oder gefährlichen Tätigkeiten zu erleichtern.
Quellen: Instituto Nacional de la Seguridad Social Instituto Nacional Seguridad e Higiene en el Trabajo Ministerio de Trabajo Pacto de Toledo, aprobado por la Comisión del Congreso de los Diputados, el 29 diciembre 2010 Fundación Construcción, Madera y Afines. Colección Análisis. Escuela de Relaciones Laborales (Universidad Complutense de Madrid – FECOMA-CCOO)

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