Die SPD bringt jetzt die Bürgerversicherung im Gesundheitswesen?

Die augenblicklichen Koalitionsprobleme der “Christlichen” Union eröffnen dem möglichen Koalitionspartner SPD die Chance,
die Bürgerversicherung im Gesundheitswesen / Krankenkassen,
als Koalitionsvereinbarung für die nächste Legislaturperiode einzubringen.

Sofort Riesenaufregung in Ärzteschaft und Verbänden,
die behaupten, eine Bürgerversicherung wäre die Initialzündung für die Zweiklassenmedizin.

Nun sind die SPD-Vorstellungen mit einer “Öffnung” der Gesetzlichen-Krankenkassen
für Privatversicherte / Selbständige noch nicht
die “reine” Bürgerversicherung, wie diese z.B. in Österreich besteht,
aber immerhin ist die Debatte in Richtung Bürgerversicherung schon einmal hilfreich.

Wir haben den langjährigen Berater in Gesundheitsfragen der Rentnerinnen und Rentner Partei, Günter Steffen, nach seiner Sichtweise der aktuellen Entwicklung gefragt. Dazu ließ er uns wissen, dass er gerade einen  ausführlichen Leserbrief zu einem Leitartikel “Neue Fahrlässigkeit zur Bürgerversicherung” in der Zeitschrift “Die Welt” abschickte:

“Dorothea Siems hat in ihrem Leitartikel den Versuch unternommen, sich vor Lobbyisten der Privaten Krankenversicherung mit den bekannten Argumenten zu stellen. Dabei hat sie unberücksichtigt gelassen, dass die Zwei-Klassen-Medizin ein wirkliches Ärgernis der GKV- Versicherten ist. Das politische Signal, man kann es auch Erpressung bei Verhandlungen einer Groko von der SPD nennen, ist Augenwischerei, weil der Besitzstand der vielen Privatversicherten auch von der Partei gar nicht in Frage gestellt wird.. Ganz richtig und solidarisch wäre eine konsequente Änderung in der Absicherung bei Krankheit und Vorsorge zu fordern und den Gesetzlichen Beitrag abzuschaffen , somit die Wettbewerbs-Leistungen über alle Träger von Krankenversicherungen, also auch unter Einbeziehung der Privat-Anbieter, zu diskutieren bzw. zu verhandeln, um wirtschaftliche Konkurrenz-Beiträge einzuführen. Dazu gehört dann auch die Neuregelung einer notwendigen Gebührenordnung für alle Ärzte nach den Grundsätzen einer wirtschaftlichen Praxisführung. Ergänzend dazu sind dann natürlich auch auf der Basis wirtschaftlicher Betriebsführungen bei allen Leistungserbringern die Preise anzubieten. Damit der Patient nicht auf wissenschaftlich nachweisbare Leistungen verzichten muss, ist der Gesetzgeber gefordert, den Leistungskatalog zu definieren. Bis heute überträgt dieser die Kompetenzen auf Leistungserbringer und Krankenkassen im Gemeinsamen Bundesausschuss.”

Günter Steffen, Nordseering 29 in 27809 Lemwerder 

Den Leitartikel in der Zeitschrift “Die Welt” finden Sie hier im Internet: 
https://www.welt.de/print/welt_kompakt/debatte/article171064840/Neue-Fahrlaessigkeit.html

Günther Steffen schreibt uns als weitere Ergänzung noch dazu:
“Zur Bürgerversicherung, so wie die SPD und Bündnis Grüne die Auslegungen vorhaben, ist eine reine “Augenwischerei”. Ich verweise auf meinen veröffentlichten Artikel mit dem Titel:” Die Parteien verfolgen folgende Ziele in der Krankenversorgung und Pflege – gegenwärtige Ankündigungen….. und eigene Vorschläge” (Juli 2017 auf meiner Homepage)
In diesem Artikel habe ich ausführlich meine Vorschläge noch einmal konkretisiert.”

Den Artikel finden / Die Homepage von Günter Steffen finden Sie hier im Internet:
http://www.guenter-steffen.de/PDF/Die-Parteien-verfolgen-folgende-Ziele-in-der-Krankenversorgung-und-Pflege.pdf