Was passiert hier wirklich?

Gastbeitrag von Leonhard Schmitz

ArztMSIm CDU Magazin NRW vom Sept. 2016 hat unser Gesundheitsminister Gröhe ( gelernter Jurist ) einen Gastbeitrag veröffentlicht. Überschrift ” Der Patient im Mittelpunkt – Wir brauchen eine erstklassige Mannschaftsleistung im Gesundheitswesen”
Dazu fällt mir folgendes ein:

Die Frage ist doch, was passiert hier wirklich ?

Man muss weiter ausholen, spätestens seit der Seehoferreform 1997 wurde uns klar, dass die deutsche Bevölkerung immer mehr überaltert, dass die Gesundheitskosten aus dem Ruder laufen sollen und die Bezahlung immer weniger vom Solidarsystem übernommen werden könne. Der Lösungsansatz lag neben den Einsparungen, unter denen sowohl die Krankenhäuser als auch die Niedergelassenen leiden, in der fortschreitenden Privatisierung von Teilen unseres Gesundheitssystems.

Nur allzu gern nahmen viele kommunale Träger die Möglichkeit wahr, ihre defizitären Krankenhäuser an Klinikkonzerne zu verkaufen. Die schlechte Einnahmensituation der Häuser war ein Produkt der Reformen.
Grundsätzlich ist diese Tendenz in allen Bereichen unserer Gesellschaft zu finden, der Staat zieht sich aus wichtigen staatlichen Aufgaben zurück und verkauft sein Eigentum, mit dem immer auch eine Sicherstellungsaufgabe verbunden ist, an private Hände.
Man kennt dies von der Bahn, von der Post, von der Stromversorgung und zahlreichen anderen Bereichen. Auf der Homepage des Bundestages findet man zu dem Schlagwort Privatisierung über 2000 Einträge aus den letzten fünf Jahren. Schleichend geht damit aber auch ein zunehmender Machtverlust der Regierung einher und der Bürger ist in allen Bereichen häufig der Willkür der Konzerne ausgesetzt.
Grundlage dieser Denkrichtung ist der so genannte Neoliberalismus, der eine Entstaatlichung und eine Übernahme gemeinschaftlicher Felder durch “die Bürger“ propagiert, womit allerdings keine Bürgervereinigungen gemeint sind, sondern nur die großen Konzerne.
Zurück zu unserer Entwicklung im Gesundheitssystem: Es entstanden also vier große Klinikketten, namentlich Rhönklinken, Asklepios, Sana und Fresenius, die miteinander sieben Milliarden Gewinn erzielt haben, wohl gemerkt, der Klinikmarkt ist noch längst nicht komplett aufgeteilt, sondern befindet sich noch zu großen Teilen in den Händen der Kommunen.
Es ist aber zu Zeiten der politisch gewünschten DRG-Abrechnung zu erwarten, dass die stetig größer werdenden Defizite die Landkreise immer mehr zwingen werden, sich von der Schuldenlast zu befreien, ihre Krankenhäuser den interessierten Klinikketten zu verkaufen. Die Gewinnerzielung läuft, auch wenn das stetig verneint wird, über eine Personalkostenreduzierung, indem man aus dem BAT-Tarif aussteigt und Haustarife anbietet, denen die Mitarbeiter zustimmen müssen.
Zitat aus der Homepage der Rhönkliniken: „Wir würden den Versuch, uns auf BAT-Niveau binden zu wollen, als Angriff auf die Zukunft unserer Krankenhäuser betrachten.“

Alle Gesundheitsreformen der letzten Jahre hatten nur ein Ziel, nämlich die gesamten Leistungserbringer derart in finanzielle Misslage zu bringen, dass man sich förmlich nach einem Heilsbringer in Form eines professionellen Großbetriebes sehnt, der einem die Last der stetigen Existenzbedrohung von den Schultern nimmt. Durch die Reformen wurde sicherlich auch Geld für die Krankenkassen gespart, aber das war nur der nachrangige Sinn, in Wahrheit wurde hier die komplette Privatisierung der gesamten Gesundheitsversorgung unserer Bevölkerung vorbereitet.
Man gründet heute MVZ (Medizinische Versorgugs-Zentren), weil argumentiert wird, dass der Zusammenschluss die Kosten senkt und die Patienten kürzere Wege haben. Dem kann man nicht widersprechen, aber in Wirklichkeit liefern die, derzeit häufig noch in den Händen von einzelnen Ärztegenossenschaften liegenden, Einrichtungen die ideale Basis für eine Übernahme durch die großen Konzerne. Ab einer entsprechenden Summe wird sicher jeder schwach. Es wird dann fortwährend angestrebt, die, in der Region übrigen Arztsitze allmählich billig aufzukaufen, denn andere Interessenten gibt es kaum. Sollte dann der gleiche Konzern auch noch das entsprechende Krankenhaus besitzen, liegt das Monopol der Gesundheitsversorgung einer ganzen Region in den Händen eines einzelnen Privatunternehmens.

Mit Sicherheit entstehende Mehrkosten für die Versicherten müssen die Patienten aus der eigenen Tasche bezahlen. Man bezahlt auch, denn man hat ja keine Behandlungsalternative. Ab diesem Zeitpunkt sind übrigens auch Strukturen wie Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenkassen oder Ärztekammern völlig unsinnig geworden, denn einem Alleinanbieter redet niemand mehr drein. Berufsständische Gebote wie Schweigepflicht, Ehrenkodex, Werbungsverbot werden ebenfalls keine Geltung mehr haben, der Arzt ist ein reiner angestellter Dienstleister für den Profitkonzern. Bis 2020 ist alles abgeschlossen.

Diese ganze Entwicklung ist verursacht allein durch die von unserem Staat veranlassten AlleMussRausMSGesundheitsreformen und man muss sich natürlich fragen, wie können unsere gewählten Volksvertreter diesen Ausverkauf der Persönlichkeit und der Intimität seiner Bürger nicht nur zulassen, sondern sogar auslösen wollen? Wie kann ein Staat bewusst seine Mitglieder zu gläsernen Wirtschaftsgütern machen?

Die ganzen Ziele dieser entsolidarisierten Übernahme der Bevölkerung werden den Politikern von den Initiatoren angepriesen mit den Begriffen Vernetzung, Qualitätssteigerung, Kommunikationssteigerung und so weiter.
Heilsbringer sind hier wieder die privaten Träger, die dem chaotischen System der Einzelpraxen mit einer Fülle an Controlling, Effizienzsteigerung, Qualitätsmanagement, Benchmarking und repräsentativer Außenwirkung entgegentreten. Das ist der Anspruch, der von der gemeinnützigen Stiftung Bertelmann in die Köpfe der Bundespolitiker geimpft wird, das ist alles so schön nachvollziehbar und welcher Politiker möchte nicht im Gesundheitssystem Qualität und messbare Größen? Doch wird menschliche Nähe und soziale Wärme jemals quantifizierbar sein?
Abschließend möchte ich noch einmal kurz zusammenfassen:
1. Krankenhäuser machen politisch gewollte Defizite, werden an Klinikketten verkauft.
2. Niedergelassene Ärzte verdienen politisch gewollt so wenig, dass der Nachwuchs ausbleibt. Sie werden durch MVZ ersetzt, die zu guter letzt ebenfalls den Klinikkonzernen gehören werden.
3. Die medizinische Versorgung unseres Landes liegt dann nicht mehr in der Verantwortung von Ärzten, sondern von Konzernen.
4. Monopolstrukturen und die Lenkung der Patientenströme garantieren bei einer überalterten Bevölkerung eine geradezu utopische Ertragssituation.
5. Ärztliche Standestraditionen werden dem reinen Streben nach Ertrag geopfert werden. Die gesundheitspolitische Landschaft wird sich von Grund auf radikal verändern und entsolidarisieren.
6. Die Ursache liegt nicht in dem Wunsch der Bevölkerung, sondern in der geschickten Manipulation der Regierung durch hochpotente Lobbyisten, die die Macht haben, über das Schicksal der Politiker zu verfügen.
Ich könnte die Entstehung der Hochschulgebühren oder die Beeinflussung der Schulpolitik nennen, ich könnte die Agenda 2010 der rot-grünen Regierung nennen, die in all ihren Details nahezu komplett aus der Feder der Bertelsmannstiftung stammt.
Ich empfehle Ihnen nur einmal, in Ihre Suchmaschine die zwei Schlagwörter „Bertelsmann“ und „Kritik“ einzugeben und Sie finden eine derartige Fülle an Informationen, wie dieser Konzern Deutschland fest im Griff hat und seine Bevölkerung zu Schafen degradiert, deren Wolle reichlich Gewinn abwirft. Dabei ist es völlig unwichtig, ob man ein Arbeitsschaf, ein Landtagsschaf oder ein Bundestagsschaf ist, die gesamte Bevölkerung trägt dazu bei, den Nachschub an Wolle zu liefern.
Ich bin von tiefstem Herzen Demokrat und, wie mir in letzter Zeit bewusst geworden ist, ein hoffnungsloser Idealist – sonst könnte ich nicht über 15 Jahre ehrenamtlich Hilfe zur Selbsthilfe anbieten.
Gruß
Leonhard Schmitz
engagierter Mensch- und Tierfreund

moderne Sklaverei

SklavereiMS

 

Die Zahl der Leiharbeiter erreicht in Deutschland einen neuen Höchststand.
 2015 waren insgesamt 961.000 Menschen als Leiharbeiter beschäftigt, mehr als je zuvor.

 

 

 

LeihArgEntwMS

 

Mindestens seit den 90-er Jahren steigt Die Anzahl der Arbeitnehmer, die nun ihre Arbeitskraft noch “billiger” einem “Zwischenhändler” zur Verfügung stellen müssen. Dieser wiederum verkauft den Firmen, die normalerweise die Arbeitskräfte einstellen müsste, die deutlich unterbezahlten Arbeitskräfte. Zwei verdienen, der Arbeitnehmer verliert kräftig! 

Wenn ein Familienvater, der eigentlich mit seiner Arbeitskraft seine Familie “ernähren” können sollte, dann nicht genügend Lohn nach Hause bringt, kann er ja zum Sozialamt gehen und “aufstocken” so das auch noch die Sozial-Gemeinschaft mit ihren Steueraufkommen für den Gewinn der “Sklavenhändler” und der so genannten “Arbeitgeber” zusätzlich aufkommen darf.

 

lohnentwicklungMS
Sollten Sie nun etwa einen Zusammenhang zwischen den STEIGENDEN, prekären Arbeitsverhältnissen und den Lohnentwicklungen im “reichsten” Industrieland in Europa sehen, so möchten wir Ihnen nicht widersprechen!

Frage: Warum können Leiharbeiter, die die gleiche Arbeit leisten müssen wie die Stammbesatzung und durch ihren “flexiblen” Einsatz den Unternehmen und Konzernen ohnehin schon wesentlich Kosten ersparen und damit den Gewinn steigern, nicht “gesetzlich” für ihre Arbeitskraft das gleiche Entgelt erhalten wie die Stammbelegschaft?

Man darf also wieder konstatieren, dass nicht der so genannte Demographische-Wandel die “Sozialkassen” und damit auch die Renten belastet und schmälert! Das ungezügelte Streben nach “Gewinnoptimierung” der Unternehmer, “koste es die Gemeinschaft was es wolle”. ist der wahre Grund!

Arbeitnehmer, die noch weniger entlohnt werden, können auch nur weniger Sozial-Beiträge bezahlen, geschweige denn auch noch “privat” Vorsorgen!

 

mehr

 

VermögenInEuropaMS

Und wer es immer noch nicht glaubt und lieber den mittigen Populisten der Regierenden in der Bundesrepublik auf den Leim geht, die immer wieder behaupten, dass es den Rentnern und den Deutschen allgemein ja so gut ginge wie nie zuvor; unseren Nachbarn geht es offensichtlich noch besser, hat die Europäische Zentralbank festgestellt.

Bei der Lohnentwicklung in unserem Land (siehe oben) ist das ja auch nicht anders zu erwarten, dass Deutschland auch hier wieder an letzter Stelle liegt.